Grußwort des Vorsitzenden der DGIM 2007/2008
| Prof Dr. Georg Ertl |
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Schon jetzt möchte ich Sie zum Internistenkongress 2008 ganz herzlich einladen. Wir dürfen gespannt sein, was bis dahin mit unserem Gesundheitssystem, dem Medizinstudium und den dafür in wesentlichen Teilen zuständigen Universitätskliniken und nicht zuletzt unserer Weiterbildungsordnung in der Inneren Medizin geschehen wird. Schon dies wären ausreichende Themen, um einen ganzen Kongress zu gestalten. Darüber hinaus können wir aber auch in den vor uns liegenden anderthalb Jahren wieder wichtige Fortschritte in der medizinischen Forschung erwarten, insbesondere in der Inneren Medizin. Es ist unsere Aufgabe, diese medizinischen Fortschritte möglichst rasch in der Patientenversorgung umzusetzen. Auf dem Internistenkongress gelingt dies in einer besonders integrativen Form, da sich hier sowohl Podium als auch Auditorium aus der gesamten Breite der Inneren Medizin rekrutieren. Mit größtem Vergnügen habe ich aktiv an einer der beliebten Fallkonferenzen teilgenommen, meist eine Serie von medizinischen Krimis, die gemeinsam im Saal gelöst werden. Es besteht kein Zweifel, und die Teilnehmerzahlen und -charakteristiken belegen es, dass gerade bei den jüngeren KollegInnen ein hoher Bedarf an interdiziplinärem Austausch von Forschung und Angebot an Weiterbildung besteht.
Ich freue mich darauf, den Internistenkongress 2008 in diesem Sinne zu gestalten und darf Ihnen hier, der Tradition meiner Vorgänger folgend, meinen Hintergrund und Werdegang kurz vorstellen. Ich stamme aus einer Pfälzer Landarztpraxis, in der ich auch bis zum Abitur als Lehrbub und später immer wieder als Vertreter meines Vaters tätig war. Dennoch begann ich meine berufliche Laufbahn nach dem Studium in der Physiologie, bei Wilhelm Lochner in Düsseldorf, ein charismatischer wissenschaftlicher Lehrer, der, nach einem Jahrzehnt Forschung in der Lungenphysiologie, sich der Pathophysiologie der Koronardurchblutung zugewandt hatte. Dieses Thema nahm ich auch mit zu einem Forschungsjahr an der Harvard Medical School, Boston, zu Eugen Braunwald, der mich dazu anregte, mich mit Wechselwirkungen zwischen Herz, Niere und Endokrinium zu beschäftigen. Zurück in Deutschland, begann ich meine Weiterbildungszeit in Innerer Medizin, gefolgt von der Kardiologie in Würzburg bei Kurt Kochsiek, meinem verehrten klinischen Lehrer und Vorgänger, auch als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (1990). Meinen Forschungsschwerpunkt hatte ich inzwischen in der neurohumoralen Regulation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und, im Rahmen eines Anfang der 90er Jahre gegründeten Sonderforschungsbereiches, in der "Pathophysiologie der Herzinsuffizienz" und ihrer Analyse mit Kernspinresonanzverfahren gefunden. In der großen, wohl letzten allgemein internistischen Universitätsklinik war ich lange oberärztlich für die internistische Intensivstation zuständig, eine für mich fachlich und persönlich wichtige Erfahrung. Nach einer fruchtbaren Zeit auf dem Lehrstuhl für Kardiologie und als Direktor einer entsprechend ausgerichteten Klinik am Universitätsklinikum Mannheim kehrte ich nach der Emeritierung von Kurt Kochsiek in seiner Nachfolge nach Würzburg zurück.
Mein eigener Schwerpunkt, die Herz-Kreislauf-Krankheiten, ist ein exquisites Beispiel für die Notwendigkeit, über den Topfrand hinauszuschauen, und zwar sowohl bei der Forschung, der klinischen, aber auch der Grundlagenforschung, der Lehre, Patientenversorgung und damit auch zwingend bei der Weiterbildung. Unsere Patienten in der Inneren Medizin werden älter, haben vermehrt Begleiterkrankungen und, gerade in der Kardiologie, Risikofaktoren, die eigene Krankheitsentitäten darstellen. Die Hauptthemen des nächsten, von Professor Hiddemann aus München organisierten Kongresses, tragen dem in besonderem Maße Rechnung: Alter, Interdisziplinarität, Versorgungsstrukturen. Ich bin gespannt auf diese Themen; sie werden uns sicher auch 2008 beschäftigen, mögen die Schwerpunkte dann auch anders gesetzt sein. Darüber hinaus werden sich die Schwerpunktgesellschaften im Programm mit ihren neuesten Entwicklungen präsentieren. Es sollen die Lehre und Weiterbildung ebenso diskutiert werden wie wissenschafts- und gesundheitspolitische Themen, die uns nahegehen. Damit hoffen wir, Sie auch 2008 alle wieder für Wiesbaden begeistern zu können.
Ihr
Georg Ertl
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft
für Innere Medizin 2007/2008








